Eine Ferienwohnung einzurichten klingt zunächst nicht viel anders, als eine normale Wohnung zu gestalten. Sofa, Esstisch, Bett, Stauraum, ein paar schöne Leuchten und Dekoration. Doch wer eine Ferienwohnung plant, merkt schnell: Die Anforderungen sind andere.
Denn hier entsteht kein Zuhause für eine bestimmte Person, sondern ein Ort, an dem sich ganz unterschiedliche Gäste für einige Tage oder Wochen wohlfühlen sollen. Gleichzeitig muss die Einrichtung funktional, langlebig und pflegeleicht sein und auch auf Fotos überzeugen.
Eine gute Ferienwohnung braucht deshalb mehr als schöne Möbel. Sie braucht ein durchdachtes Einrichtungskonzept.
Die Zielgruppe bestimmt die Einrichtung
Bevor Möbel ausgesucht oder Farben festgelegt werden, sollte klar sein, für wen die Ferienwohnung gedacht ist.
Eine kleine Wohnung für zwei Personen hat andere Anforderungen als ein Ferienhaus für Familien mit Kindern. Eine Unterkunft am Meer darf anders funktionieren als ein Apartment für Geschäftsreisende oder eine Ferienwohnung in den Bergen. Die Zielgruppe beeinflusst unter anderem die Anzahl der Sitzplätze, benötigten Stauraum, Schlafmöglichkeiten, Materialien und die gesamte Atmosphäre der Räume.
Dabei geht es nicht darum, die Wohnung so spezifisch zu gestalten, dass sie nur einer kleinen Personengruppe gefällt. Vielmehr sollte sie auf deren Bedürfnisse abgestimmt sein, ohne an Flexibilität zu verlieren.
Der Grundriss muss besonders effizient genutzt werden
Gerade Ferienwohnungen sind häufig kompakt. Umso wichtiger ist es, die vorhandene Fläche sinnvoll zu nutzen.
Wo steht der Esstisch, ohne den Durchgang zu blockieren? Wie groß darf das Sofa sein? Gibt es ausreichend Platz für Koffer? Wo können Jacken, Schuhe und persönliche Dinge verstaut werden? Und braucht es wirklich einen großen Kleiderschrank oder wäre die Fläche an anderer Stelle besser genutzt?
Eine gute Möblierungsplanung berücksichtigt deshalb nicht nur, ob ein Möbelstück in einen Raum passt, sondern auch Laufwege, Abstände, Blickachsen und die tatsächliche Nutzung.
Manchmal können flexible Lösungen besonders sinnvoll sein. Ein ausziehbarer Esstisch, zusätzliche Hocker, ein Schlafsofa oder Möbel mit integriertem Stauraum ermöglichen verschiedene Nutzungen, ohne den Raum dauerhaft zu überladen.
Weniger persönlicher Geschmack, mehr klares Gesamtkonzept
Die eigene Wohnung darf sehr persönlich sein. Bei einer Ferienwohnung sollte die Gestaltung dagegen für unterschiedliche Menschen funktionieren.
Das bedeutet aber nicht, dass sie möglichst neutral und austauschbar aussehen muss. Im Gegenteil: Gerade bei Ferienunterkünften kann ein klares Gestaltungskonzept einen großen Unterschied machen. Farben, Möbel, Beleuchtung und Dekoration sollten zusammenpassen und eine erkennbare Atmosphäre schaffen.
Statt jeden Raum unabhängig einzurichten, lohnt es sich, ein übergeordnetes Konzept für die gesamte Wohnung zu entwickeln. Bestimmte Farben, Formen oder Gestaltungselemente können sich wiederholen und so für einen ruhigen roten Faden sorgen.
Eine Ferienwohnung darf Charakter haben. Sie sollte nur nicht ausschließlich einen sehr individuellen Geschmack des Eigentümers widerspiegeln.
Die Einrichtung muss mehr aushalten
Ein wichtiger Unterschied zur privaten Wohnung ist die deutlich wechselndere Nutzung.
Viele verschiedene Gäste benutzen dieselben Möbel. Koffer werden abgestellt, Stühle häufig verschoben und Oberflächen müssen regelmäßig gereinigt werden. Bei der Möbelauswahl lohnt es sich deshalb, nicht ausschließlich nach der Optik zu entscheiden: Robuste Oberflächen, pflegeleichte Bezugsstoffe und langlebige Möbel sind häufig die bessere Investition.
Ein gutes Bett und eine hochwertige Matratze haben beispielsweise einen direkten Einfluss auf den Aufenthalt. Auch Sofa, Esszimmerstühle und andere häufig genutzte Möbel sollten entsprechend ausgewählt werden. Bei Beistelltischen, Dekoration oder einzelnen Accessoires kann dagegen oft günstiger geplant werden.
Kleine Hacks, wie Matratzenschoner und abziehbare / austauschbare Möbelbezüge helfen dabei, die Möblierung langfristig zu schonen.
Stauraum funktioniert anders als zu Hause
Gäste bringen zwar weniger Dinge mit als Menschen, die dauerhaft in einer Wohnung leben, dafür haben sie andere Anforderungen.
Koffer, Reisetaschen und Schuhe brauchen einen Platz. Im Schlafzimmer sollte ausreichend Stauraum für Kleidung vorhanden sein, ohne dass dafür zwingend ein riesiger Kleiderschrank notwendig ist. Auch offene Lösungen können sinnvoll sein: eine Kleiderstange, einige Ablageflächen und eine Kommode reichen für einen kurzen Aufenthalt häufig vollkommen aus und lassen den Raum gleichzeitig großzügiger wirken.
Wichtig ist außerdem, dass nicht jeder verfügbare Stauraum für Gäste verplant wird. Reinigungsmittel, Ersatzwäsche oder andere Dinge für den Betrieb der Ferienwohnung benötigen ebenfalls ihren festen Platz.
Beleuchtung wird schnell unterschätzt
Eine zentrale Deckenleuchte reicht auch in einer Ferienwohnung selten aus.
Unterschiedliche Lichtquellen machen Räume nicht nur wohnlicher, sondern verbessern auch ihre Funktion. Im Schlafzimmer braucht es beispielsweise gutes Licht am Bett, im Wohnbereich eine gemütlichere Beleuchtung am Abend und am Esstisch ausreichend Licht zum Essen, Arbeiten oder Spielen.
Gerade wenn eine Ferienwohnung auf Buchungsplattformen präsentiert wird, spielt Licht außerdem eine große Rolle für die Wirkung der Räume. Eine schöne Wohnung mit ungünstiger oder zu kalter Beleuchtung kann schnell deutlich weniger einladend wirken.
Die Wohnung muss auch auf Bildern funktionieren
Bei einer Ferienwohnung beginnt der erste Eindruck meistens lange vor der Anreise.
Potenzielle Gäste sehen zunächst Fotos. Innerhalb weniger Sekunden entsteht ein Gefühl dafür, ob eine Unterkunft interessant ist oder nicht. Deshalb lohnt es sich, bei der Gestaltung auch die visuelle Wirkung der Räume mitzudenken.
Das bedeutet nicht, eine Wohnung ausschließlich für Instagram einzurichten. Ein Raum sollte in erster Linie im echten Leben funktionieren. Trotzdem können ein besonderer Sessel, eine schöne Leuchte, eine charakteristische Wandfarbe oder ein gut gestalteter Essbereich der Wohnung Wiedererkennungswert geben.
Oft braucht es dafür gar nicht viele auffällige Elemente. Ein oder zwei bewusst gesetzte Highlights können stärker wirken als ein Raum voller Dekoration.
Mehr Infos & Tipps, was es bei der fotogerechten Dekoration einer Ferienwohnung zu beachten gibt, findest du hier:
Immobilie optimal inszenieren: So entstehen professionelle Exposé-Fotos
Dekoration: wohnlich, aber nicht überladen
Eine komplett leere Ferienwohnung wirkt schnell kühl. Zu viel Dekoration kann dagegen unruhig sein und erhöht gleichzeitig den Aufwand bei Reinigung und Instandhaltung. Die richtige Balance liegt dazwischen.
Textilien, Bilder, Leuchten, Pflanzen und einige ausgewählte Accessoires sorgen dafür, dass sich eine Ferienwohnung fertig und wohnlich anfühlt.
Besonders schön ist es, wenn dabei ein Bezug zur Umgebung entsteht, ohne in klassische Ferienwohnungs Klischees abzurutschen. Eine Unterkunft am Meer braucht nicht automatisch Muscheln und maritime Schriftzüge. Farben, Kunst oder einzelne Details können den Ort deutlich subtiler aufgreifen.
Nicht jeder Quadratmeter muss maximal möbliert werden
Gerade bei Ferienwohnungen entsteht schnell der Wunsch, möglichst viele Funktionen und Schlafplätze unterzubringen. Doch mehr Möbel bedeuten nicht automatisch mehr Komfort.
Ein zusätzliches Bett kann wirtschaftlich interessant sein. Wenn dafür jedoch der Wohnbereich kaum noch nutzbar ist oder Laufwege zu eng werden, kann die gesamte Wohnung darunter leiden. Freie Fläche ist ebenfalls Teil einer guten Raumplanung. Sie sorgt dafür, dass Räume großzügiger wirken und Gäste sich mit Gepäck problemlos bewegen können.
Deshalb sollte bei jeder zusätzlichen Funktion geprüft werden, ob sie die Wohnung tatsächlich aufwertet oder den Raum nur voller macht.
Eine gute Ferienwohnung verbindet Gestaltung und Funktion
Eine Ferienwohnung sollte schön aussehen. Vor allem sollte sie aber unkompliziert funktionieren.
Gäste kennen die Räume nicht und sollen trotzdem intuitiv verstehen, wo sie ihre Sachen ablegen können, wo genügend Licht vorhanden ist und wie die einzelnen Bereiche genutzt werden. Genau deshalb lohnt es sich, die Einrichtung nicht als Sammlung einzelner Möbelstücke zu betrachten. Grundriss, Möblierung, Stauraum, Beleuchtung, Farben und Atmosphäre sollten gemeinsam geplant werden.
So entsteht eine Ferienwohnung, die nicht nur auf Bildern überzeugt, sondern sich auch im Alltag für ganz unterschiedliche Gäste gut anfühlt.
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