Haus gekauft - und jetzt? So planst du Grundriss, Renovierung und Einrichtung richtig

Die Schlüssel sind übergeben, der Grundriss liegt vor und die ersten Ideen sind wahrscheinlich längst gesammelt. Und plötzlich steht man vor unzähligen Entscheidungen.

Welche Wände sollen bleiben? Funktioniert der bestehende Grundriss für den eigenen Alltag? Wo soll später das Sofa stehen? Welche Böden passen zum Haus? Und wann sollte man sich eigentlich Gedanken über Beleuchtung, Steckdosen oder Stauraum machen?

Gerade nach dem Hauskauf ist die Versuchung groß, direkt mit einzelnen Entscheidungen zu starten: eine Küche aussuchen, Wandfarben speichern, Angebote von Handwerkern einholen oder schon die ersten Möbel bestellen. Sinnvoller ist es, zunächst einen Schritt zurückzugehen und das Haus als Ganzes zu planen. Denn viele Entscheidungen bei einer Renovierung hängen unmittelbar miteinander zusammen - und manche lassen sich später nur noch mit viel Aufwand verändern.


1. Den bestehenden Grundriss hinterfragen

Nur weil ein Haus bisher auf eine bestimmte Weise genutzt wurde, bedeutet das nicht, dass diese Raumaufteilung auch für dich und deinen Alltag funktionieren muss. Bevor die Renovierung beginnt, lohnt es sich deshalb, den bestehenden Grundriss kritisch anzuschauen:

Wie bewegen wir uns später durch das Haus? Sind Küche, Essen und Wohnen sinnvoll miteinander verbunden? Gibt es ausreichend Stauraum? Werden Räume entsprechend ihrer Größe sinnvoll genutzt? Und passen die vorhandenen Raumfunktionen überhaupt zu unserem Alltag?

Dabei sollte ein Grundriss nie losgelöst von der späteren Möblierung betrachtet werden. Ein Raum kann auf dem Papier großzügig wirken und trotzdem schwierig einzurichten sein.

Manchmal reicht bereits eine andere Möblierung, um einen Raum deutlich besser zu nutzen. In anderen Fällen können versetzte Türen, veränderte Durchgänge oder das Öffnen beziehungsweise Ergänzen einer Wand einen großen Unterschied machen.

Mein Tipp: Plane zunächst verschiedene Grundriss- und Möblierungsvarianten, bevor du dich für bauliche Veränderungen entscheidest. So kannst du vergleichen, welche Lösung für deinen Alltag wirklich am besten funktioniert.

→ Lies hier mehr zum Thema Grundriss planen


2. Die Möblierung früher planen, als du denkst

Die konkrete Einrichtung muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststehen. Trotzdem solltest du ungefähr wissen, wo später welche Möbel stehen sollen. Denn die Möblierung beeinflusst viele Entscheidungen, die bereits während der Renovierung getroffen werden.

Wo steht das Sofa? Wie groß soll der Esstisch werden? Wo befindet sich das Bett? Braucht eine Wand Platz für einen großen Kleiderschrank? Wo soll der Fernseher hängen? Erst wenn diese Fragen zumindest grob beantwortet sind, lassen sich beispielsweise Steckdosen, Lichtauslässe und Anschlüsse sinnvoll positionieren.

Ein einfaches Beispiel: Wenn erst nach der Elektroplanung feststeht, dass das Sofa frei im Raum stehen soll, fehlt möglicherweise genau dort der passende Stromanschluss für eine Steh- oder Tischleuchte.

Das Ziel ist zu diesem Zeitpunkt also noch keine fertige Einkaufsliste, sondern ein funktionierendes Raumkonzept als Grundlage für die Renovierung.

→ Melde dich gern, falls du hierbei Hilfe benötigst


3. Ein gestalterisches Gesamtkonzept entwickeln

Wenn die Raumaufteilung steht, beginnt die gestalterische Ebene.

Statt Boden, Fliesen, Wandfarben und Küchenfronten unabhängig voneinander auszuwählen, solltest du zunächst festlegen, welche Atmosphäre das Haus später haben soll.

Welche Materialien sollen sich wiederholen? Welche Holzarten passen zusammen? Welche Grundfarben ziehen sich durch das Haus? Soll die Gestaltung eher warm und natürlich, reduziert und modern oder klassisch und zeitlos wirken? Ein übergeordnetes Farb- und Materialkonzept sorgt dafür, dass nicht jeder Raum für sich gestaltet wird, sondern das Haus am Ende wie aus einem Guss wirkt.

Gerade Materialien, die fest verbaut werden, beispielsweise Bodenbeläge, Fliesen oder Oberflächen in Küche und Bad, sollten frühzeitig aufeinander abgestimmt werden. Möbel, Dekoration und kleinere Ausstattungselemente können dagegen deutlich später folgen.

→ Lies hier mehr zum Thema Farb- & Materialkonzept


4. Küche, Bad und Einbauten früh mitdenken

Besonders fest verbaute Elemente sollten früh in die Planung einbezogen werden.

Dazu gehören neben Küche und Bad beispielsweise Einbauschränke, Garderoben, TV-Wände oder andere maßgefertigte Lösungen.

Sie beeinflussen nicht nur die spätere Optik, sondern häufig auch die Wandstellung, Elektroanschlüsse, Beleuchtung, Bodenbeläge oder Wandaufbauten.

Gerade bei einer Renovierung lohnt es sich deshalb, diese Bereiche nicht isoliert zu betrachten, sondern bereits mit dem restlichen Interior Design abzustimmen.

5. Licht und Elektro aus der Einrichtung heraus planen

Eine der Entscheidungen, die bei Renovierungen überraschend früh getroffen werden muss, ist die Elektroplanung.

Dabei sollte nicht die Frage im Vordergrund stehen: „Wo brauchen wir Steckdosen?“ Sondern zunächst: „Wie werden wir diesen Raum später nutzen?“

Aus der geplanten Möblierung ergibt sich dann wesentlich leichter, wo Steckdosen, Schalter, Wand- oder Deckenauslässe benötigt werden.

Auch bei der Beleuchtung lohnt es sich, verschiedene Ebenen einzuplanen: Grundausleuchtung, gezielte funktionale Beleuchtung einzelner Bereiche und atmosphärisches und dekoratives Licht.

Ein durchdachtes Lichtkonzept entsteht deshalb idealerweise gemeinsam mit der Raum- und Möblierungsplanung – und nicht erst, wenn die Elektrik bereits fertig ist.

→ Lies hier mehr zum Thema Lichtplanung


6. Möbel, Leuchten und Ausstattung konkret auswählen

Wenn Grundriss, Möblierung, Farben, Materialien und fest verbaute Elemente grundsätzlich feststehen, wird die konkrete Auswahl der Einrichtung deutlich einfacher. Jetzt kannst du gezielt nach Möbeln, Leuchten, Teppichen und anderen Ausstattungselementen suchen, die zum Gesamtkonzept passen.

Dabei lohnt es sich, mit den wichtigsten und größten Möbelstücken zu beginnen, beispielsweise Sofa, Esstisch oder Bett, und kleinere Möbel und Dekoration anschließend darauf abzustimmen.

Das verhindert nicht nur Fehlkäufe, sondern reduziert auch die typische Entscheidungsüberforderung während einer Renovierung. Statt bei jedem einzelnen Produkt wieder von vorne zu überlegen, kannst du dich immer fragen:

Passt diese Entscheidung zu unserem bestehenden Konzept?


Was sollte früh entschieden werden - und was kann warten?

Nicht jede Entscheidung muss direkt nach dem Hauskauf getroffen werden. Wichtig ist vor allem, diejenigen Dinge früh zu planen, die Auswirkungen auf die Renovierung haben oder später nur mit größerem Aufwand verändert werden können.

Früh planen: Grundriss und Raumfunktionen, grobe Möblierung, Küche und Einbauten, feste Materialien, Licht und Elektro.

Später konkretisieren: einzelne Möbelmodelle, Wandfarben, Teppiche, Bilder, Textilien und Dekoration.

So musst du nicht bereits vor Beginn der Renovierung jedes Detail deines zukünftigen Zuhauses kennen, hast aber trotzdem eine klare Grundlage für alle wichtigen Entscheidungen.


Die richtige Reihenfolge spart später viele Kompromisse

Bei einer Renovierung müssen unglaublich viele Entscheidungen getroffen werden. Entscheidend ist deshalb weniger, möglichst schnell anzufangen, sondern die Entscheidungen in der richtigen Reihenfolge zu treffen.

Vereinfacht gesagt:

Bestand analysieren → Grundriss & Raumfunktionen → Grobe Möbelpositionen → Farb- & Materialkonzept → Küche, Einbauten & feste Materialien → Licht & Elektro → Konkrete Möbel, Leuchten & Ausstattung

So entsteht zunächst ein Gesamtbild des zukünftigen Zuhauses. Handwerker, Küchenplanung oder Elektrik können anschließend auf einer wesentlich klareren Grundlage arbeiten.


Du hast ein Haus gekauft und weißt nicht, wo du anfangen sollst?

Gerade vor einer größeren Renovierung lohnt es sich, Grundriss, Raumaufteilung und Einrichtung gemeinsam zu betrachten bevor Entscheidungen getroffen werden, die sich später nur schwer verändern lassen.

Mit meiner Online Interior Design Beratung unterstütze ich dich dabei, zunächst herauszufinden, welche Raumaufteilung für dich und deinen Alltag wirklich funktioniert. Darauf aufbauend kann Schritt für Schritt ein stimmiges Gesamtkonzept für dein zukünftiges Zuhause entstehen: von der Grundrissplanung bis hin zur letzten Leuchte.

So hast du bereits vor Beginn der Umsetzung einen klaren Plan dafür, wie dein zukünftiges Zuhause funktionieren und aussehen soll.

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